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LRFT16: Wie Radio mit Snapchat, YouTube & Visual Radio seinen Swagg zurück bekommt – Teil 1

Radio muss seinen „Swagg“ wieder bekommen – Auf den Lokalrundfunktagen 2016 wurde viel diskutiert, wie Radio attraktiver für junge Zielgruppen werden kann. Dabei wurden einige Erfolgsfaktoren und Best-Practice-Beispiele vorgestellt, aber auch Forderungen an die Strukturen der Radiosender gestellt: Habt Mut für Experimente!

Radio hat ein Nachwuchsproblem

Vergangene Woche waren wir auf den Lokalrundfunktagen in Nürnberg als Aussteller und Panelbesucher unterwegs. Dabei haben wir uns natürlich in zahlreichen Vorträgen über aktuelle Diskussionsthemen der Radiobranche informiert. Ein Thema wurde dabei in besonders vielen Beiträgen angesprochen: Radio hat ein Nachwuchsproblem. Und dabei sprechen wir sowohl von der Problematik, junge, kreative Talente für Radioberufe zu begeistern, als auch jugendliche Mediennutzer für die Nutzung von Radioinhalten zu gewinnen. „Radio verliert die Coolness, den Swagg!“, beschrieb beispielsweise Florian Brückner von Energy Nürnberg im Panel „Neue Talente für junge Hörer – Die nächste Generation Radio“ die aktuelle Situation. Der 22-Jährige war zwar selbst früh vom Zauber des Radios begeistert und gilt derzeit als großes Nachwuchstalent. Dennoch ist ihm das weit verbreitete, angestaubte Image des Rundfunks bewusst.

YouTuber als Vorbilder für moderne Medienarbeit

In den Panels der Lokalrundfunktage 2016 tauchten aus diesem Grund immer wieder ähnliche Fragen auf: Welche Medienakteure sind derzeit bei jungen Leuten erfolgreich? Was ist ihr Geheimnis? Wie arbeiten sie mit den digitalen Medienkanälen?

Die häufige Antwort darauf: YouTuber, die neuen Popstars der Teenager, machen derzeit einiges richtig. Von ihrer Medienarbeit lässt sich dabei überraschend viel auf die Radiobranche übertragen. Auch Martin Liss, bis vor kurzem noch Chief Program Officer beim Multi-Channel-Netzwerk Mediakraft, ist davon überzeugt, dass im Radio vielmehr damit gearbeitet werden muss, was in Social Media funktioniert.

Fan-Interaktion und die 3-S: Erfolgskriterien der YouTuber

Was genau diese Erfolgsrezepte sind, beschrieb unter anderem Hannes Mehring in seinem Vortrag „Schreckgespenst „Mobile First“? – Was wir von YouTubern lernen können und wie der Einstieg klappt“:

1. Neue Plattformen, die sich bei Jugendlichen verbreiten, schnell in die Kommunikation integrieren. Das beste Beispiel dafür ist derzeit Snapchat. YouTuber haben das neue Tool sofort adaptiert und sich dort Profile gesichert.

2. YouTuber haben eine sehr starke Bindung zu ihren Fans und integrieren immer wieder Fan-Kommentare oder -Fragen in ihre Videos. Dieses Selbstverständnis der ernstzunehmenden Interaktion schafft eine langfristige Beziehung und Loyalität zu den Followern.

3. Eine ständige Kontinuität in der Veröffentlichung von Videos und Postings erzeugt ebenfalls Fan-Bindung durch Vorfreude auf die neuen Inhalte. YouTuber haben meist zwei fixe Tage in der Woche, an denen sie ein neues Video veröffentlichen.

Einen kleinen Einblick, wie Radio seinen Content anhand dieser Kriterien aufbereiten sollte, gab Mehring ebenfalls anhand der „3-S für erfolgreiche Digitalisierung“: Die eigenen Medienhalte müssen snackable, shareable und searchable sein. Snackable – das bedeutet, sich auf kurze Beiträge zu konzentrieren, die leicht verständlich sind und nebenbei konsumiert werden können. Shareable steht für die Tatsache, dass durch vollständige, digitale Vernetzung über Chats und Social Networks Inhalte einfach digital teilbar sein müssen. Die Eigenschaft searchable beschreibt die Notwendigkeit, dass die Medieninhalte auch später über Suchmaschinen wiedergefunden werden können.

„Die 3-S der Digitalisierung: snackable, shareable, searchable“

Aber wie können diese Erfolgsfaktoren nun auf das Medium Radio übertragen werden? Zum Glück gab es nicht nur Stimmen nach dem Motto „Man müsste mal…“, sondern auch „So kann das gehen!“ auf den Panels. Drei Referenten stellten dabei ganz konkrete Umsetzungsbeispiele aus ihrer täglichen Radioarbeit vor. Mehr zu den Best-Practice aus den USA, Deutschland und der Schweiz erfahrt ihr im zweiten Teil unseres Rückblicks auf die Lokalrundfunktage 2016.

Kategorie:

Markt

Datum:

12. Juli 2016

Autor:

Katharina Meißner, Marketing und PR

Katharina ist bei CrowdArchitects für den Bereich PR und Marketing zuständig und hat schon während ihrer Masterthesis ihr Herz an CrowdRadio verloren. Die studierte Medienmanagerin jongliert gerne mit Worten, schwört auf ihren englischen Schwarztee und hat zu beinahe jeder Lebenssituation ein Zitat aus den Simpsons parat.

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  1. LRFT16: Wie Radio seinen Swagg zurück bekommt – Teil 2CrowdArchitects Blog

    12. Juli 2016, 17:23

    […] werden? Welche Medienakteure sind derzeit in diesem Bereich erfolgreich? Was ist ihr Geheimnis? In Teil 1 unseres Nachberichts zu den Lokalrundfunktagen 2016 haben wir bereits die Erfolgsfaktoren von YouTubern vorgestellt. In […]

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