CrowdRadio

Content vernetzen: Wie Radiosender mit Social Networks Reichweite ausbauen

Ein Blick in das Programm der Radiodays Europe 2016 macht deutlich: Radio kommt an der Digitalisierung seiner Inhalte und dessen Verbreitung über Social Networks nicht vorbei. Vorträge wie „Passionately in love: social media on the rise“, „Storytelling in new medias“ oder „Radio branded content in a multi-platform world“ zeigen: Radiosender müssen sich mit der multimedialen Verbreitung ihrer Inhalte beschäftigen. In Zeiten der veränderten Mediennutzung können sie nur so ihre Reichweiten ausbauen und Verluste in der linearen OnAir-Reichweite kompensieren.

 

 

Wir haben uns dieses Thema genauer angeschaut und auch mit Christian Schalt, Radioberater, ehemaliger Geschäftsführer von 98.8 KISS FM und Speaker auf den Radiodays vorab gesprochen. Dabei beschäftigten uns vor allem die Fragen, warum eine Vernetzung mit Social Networks für Radiosender so wichtig ist und wo bisher bei den Sendern noch die Hürden für eine erfolgreiche Umsetzung liegen.

Mehrere Verbreitungswege nutzen für mehr Reichweite

„Die Zeiten, in denen die Inhalte von Radiosender nur über einen einzigen OnAir-Distributionsweg verbreitet wurden, sind lange vorbei. Sender müssen dort sein, wo auch ihre (potentiellen) Hörerinnen und Hörer sind“, resümiert Christian Schalt gleich zu Beginn.

„Die Zeiten, in denen die Inhalte von Radiosender nur über einen einzigen OnAir-Distributionsweg verbreitet wurden, sind lange vorbei.“

Vor allem für die junge „Head-Down-Generation“ bedeute das also: auf dem Smartphone, in den sozialen Netzwerken, on demand, jederzeit verfügbar. Schalt weist auf eine Studie von Edison Research aus den USA hin, die den Begriff des „Infinite Dials“ geprägt hat, also eine nahezu unendliche Empfangsskala für Audio-Inhalte. Genau dieses Prinzip müssen seiner Ansicht nach moderne Radiomacher verstehen und umsetzen.

Mehrere Verbreitungswege und -varianten für Radioinhalte zu nutzen, fordert auch Marc Krüger, freier Journalist für Radio und Online, in seinem Artikel „5 Gründe, warum sich Radio jetzt auf den Weg in die Zukunft machen muss“. Er bezeichnet das altbekannte Problem der Kurzlebigkeit von OnAir-Beiträgen als „Das-Versendet-Sich-Problem“. Seiner Meinung nach sollte das Ziel von Radiomachern sein, die Inhalte auf so vielen Plattformen wie möglich zu verteilen, zu vernetzen und ihnen „ein zweites Leben“ zu geben.

Die digitale Reichweite liegt für Radiosender also quasi auf der Straße – sie muss nur richtig genutzt und mit den eigenen Inhalten verknüpft werden.

Die Nutzung von Social Networks für eine solche breitgefächerte Verbreitung drängt sich dabei geradezu auf. Mehr als zwei Drittel der Deutschen nutzen Social Media-Plattformen. Die digitale Reichweite liegt für Radiosender also quasi auf der Straße – sie muss nur richtig genutzt und mit den eigenen Inhalten verknüpft werden.

Facebook und Instagram wichtiger als Twitter

Welche Social Networks eignen sich nun besonders gut für eine digitale Reichweitensteigerung? Für Christian Schalt gibt es keine Plattformen, die für Radio am besten wirken.

„Snapchat ist mittlerweile für eine junge Zielgruppe relevant und Twitter ist tatsächlich – zumindest für Mainstream-Sender – von geringerer Bedeutung.“

Trotzdem erkennt er Tendenzen: „Die passendsten Social Networks sind natürlich immer diejenigen, die von der eigenen oder angestrebten Zielgruppe stark genutzt werden. In Deutschland ist dass nach wie vor insbesondere Facebook und mit etwas Abstand auch Instagram. Snapchat ist mittlerweile für eine junge Zielgruppe relevant und Twitter ist tatsächlich – zumindest für Mainstream-Sender – von geringerer Bedeutung.“

Besonderheiten der Plattformen als Herausforderung

Beim vergangenen Deutschen Radiopreis 2015 wurden Moderatoren ausgezeichnet, die Social Networks bereits intensiv in ihrem Radioalltag nutzten, wie etwa Andreas Kuhlage und Jens Hardeland von N-JOY oder Julia Bamberg, damals noch bei Radio ffn. Und auch die oben genannten Vorträge auf den Radiodays Europe 2016 zeigen: hier scheint noch Aufklärungsbedarf zu herrschen. Woran liegt es aber, dass Radiosender das volle Potenzial der digitalen Reichweite über Social Networks noch nicht ausschöpfen?

„Viele Broadcaster sind noch nicht geübt darin, verschiedene Inhalte auch für verschiedene Plattformen aufzubereiten.“

Für Christian Schalt liegt der Grund in der Herausforderung, die Besonderheiten der unterschiedlichen Plattformen zu erkennen und zu berücksichtigen. „Viele Broadcaster sind noch nicht geübt darin, verschiedene Inhalte auch für verschiedene Plattformen aufzubereiten. Nicht immer ergibt es Sinn, den gleichen Inhalt nur zu verteilen. Manchmal geht es um visuelle Ergänzung oder um eine weitere Bearbeitung des Soundfiles, manchmal nur um Text.“ Seiner Meinung nach werde es zunehmend wichtig, Content modular zu denken und strategisch sowie taktisch zu planen und zu verteilen.

Vernetzte Publishing-Plattformen unterstützen Digitalstrategie

Neben der redaktionellen Herausforderung sind es aber auch technische Voraussetzungen, die zum Erfolg einer digitalen Verbreitung maßgeblich beitragen. Notwendig sind Systeme, die bei der einfachen Verbreitung der Inhalte behilflich sind und eine Vernetzung mit den wichtigsten sozialen Plattformen sicherstellen.

Auch Radio-Apps müssen in diesem Zusammenhang auf die neuen Anforderungen für Multimedialität und Multi-Channeling ausgerichtet sein. Das heißt ganz konkret: Ein einfacher Live-Stream mit Wetter- und Verkehrsdienst in der App reichen längst nicht mehr aus. Eine Multimedia-Mediathek mit direkter Sharing-Möglichkeit in die privaten Netzwerke der User, sind wichtige Bestandteile für moderne, mobile Plattformen, um eine durchdachte Digitalstrategie zu unterstützen.

Kategorie:

Markt

Datum:

11. März 2016

Autor:

Katharina Meißner, Marketing und PR

Katharina ist bei CrowdArchitects für den Bereich PR und Marketing zuständig und hat schon während ihrer Masterthesis ihr Herz an CrowdRadio verloren. Die studierte Medienmanagerin jongliert gerne mit Worten, schwört auf ihren englischen Schwarztee und hat zu beinahe jeder Lebenssituation ein Zitat aus den Simpsons parat.

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem * markiert.

Erfahre hier sofort, wenn neue Funktionen oder spezielle Angebote erscheinen

Newsletter abonnieren

Oder erhalte News über