CrowdRadio

Julia Bamberg im Interview: Über ihre digitale Community und den Wechsel zu Bremen Vier

Was passiert, wenn sich ein Radiomoderator als Personality-Marke in den Social Networks etabliert und dann den Sender wechselt? Wir haben im Interview mit Radiopreis-Gewinnerin Julia Bamberg genau darüber gesprochen und welche Auswirkungen ihr neuer Sendeplatz bei Bremen Vier auf ihre persönliche Social Media-Arbeit haben wird.

 

Immer mehr Radiomoderatoren bauen sich über die sozialen Medien eine persönliche Marke auf. So auch Julia Bamberg, Preisträgerin des Deutschen Radiopreises 2015 in der Kategorie „Bester Newcomer“. Als „Das Radiobambi“ postet sie auf Facebook, Twitter und Snapchat. Auf dem Radio Innovation Camp 2015 sprach sie über ihre persönliche Social Media-Arbeit als Moderatorin abseits der offiziellen Sender-Accounts. Ende November wechselte sie von Radio ffn zu Bremen Vier. Wir sprachen mit Julia Bamberg über ihre Präsenz in den sozialen Netzwerken, welchen Mehrwert sie daraus für ihre Radioarbeit zieht und welche Auswirkungen ihr Wechsel zu Bremen Vier haben wird.

Wie entstand die Entscheidung, als Moderatorin eigenständig in den Social Networks sowohl Inhalte aus deinem Radioalltag, als auch Einblicke in dein Privatleben zu posten?

Julia Bamberg: Angefangen hat das Ganze mit Facebook vor drei Jahren, als ich meine eigene Sendeschiene bei Radio ffn bekam. Da habe ich mich zuerst über die offizielle Facebook-Seite des Senders ausprobiert. Nach ein paar Monaten wurde mir dann aber bewusst, dass die Kollegen auch eigene Seiten haben und fand das ziemlich cool. Das wollte ich dann auch selbst ausprobieren und habe dabei mit Facebook angefangen. Am Anfang haben das natürlich zuerst die eigenen Freunde geliked, aber nach und nach kamen auch immer mehr Hörer dazu. Später kamen weitere soziale Netzwerke dazu: Twitter bespiele ich jetzt seit etwa einem Jahr und mit SnapChat war es ähnlich. Ich dachte da zuerst: Wo ist denn eigentlich der Sinn dahinter? (lacht) Und jetzt macht es richtig Spaß.

Deine Accounts werden aber mittlerweile hauptsächlich von Usern aus der Hörer-Community verfolgt?

Julia Bamberg: Ja, definitiv. Private Kontakte auf meiner Seite sind doch sehr minimal mittlerweile. Aber so soll es ja auch sein – eine Plattform für die Hörer. Für komplett private Inhalte habe ich ja ein eigenes Profil.

Also kann man dabei schon von einer „Fanpage“ sprechen?

Julia Bamberg: Im Grunde ja. Allerdings schaue ich insbesondere bei Facebook schon genauer darauf, was ich poste. Hier besteht teilweise eine hohe Fluktuation und die Leute reagieren bei Inhalten, die sie nicht interessieren schneller mit einem „Entfolgen“, als auf anderen Plattformen. Ich probiere mich aber trotzdem immer mal wieder mit verschiedenem Content aus.

„Da folge ich eher meinem Bauchgefühl und poste Beiträge, die ich persönlich witzig oder spannend finde.“

Prinzipiell finde ich es schwierig abzuschätzen, was die User genau erwarten. Da folge ich eher meinem Bauchgefühl und poste Beiträge, die ich persönlich witzig oder spannend finde.

Welchen Mehrwert siehst du in der Social Media-Kommunikation mit den Hörern?

Julia Bamberg:
In den besten Fällen kann ich daraus tatsächlich Content zur OnAir-Verwendung ziehen. Das können Erlebnisse von Hörern sein, Anregungen oder App-Tipps. Leider passiert das noch recht selten, was sicher auch daran liegt, dass meine Seite mit knapp 1.200 Fans noch nicht die große Reichweite hat. Da funktionieren konkrete Aktionen über die Facebook-Seite des Senders doch noch besser.

„In den besten Fällen kann ich daraus tatsächlich Content zur OnAir-Verwendung ziehen.“

Nach drei Jahren bei Radio ffn bist du Ende November 2015 zu Bremen Vier gewechselt. Was glaubst du, welche Auswirkungen wird dieser Wechsel auf deine Social Media-Kommunikation haben?

Julia Bamberg: Das kann ich noch nicht so genau sagen und bin selbst gespannt, wie sich das jetzt entwickeln wird. Ich denke aber es gibt Potenzial, meine eigenen Accounts mit meiner Sendung bei Bremen Vier zu verbinden. Die Senderleitung hat da jedenfalls Interesse angedeutet. Aber wie das genau aussehen wird, muss man sehen. Ich bin ja noch neu beim Sender.

Könntest du dir aber jetzt schon vorstellen, dass du nach dem Wechsel zu Bremen Vier deine Marke in der Community zunächst wieder neu aufbauen musst?

Julia Bamberg: Da habe ich vermutlich den Vorteil, dass ich nicht in ein komplett neues Hörerumfeld wechsle. Radio Bremen hat durchaus Überschneidungen mit den Hörern von Radio ffn. Dadurch wird sich die Zielgruppe nicht so stark ändern, wie es zum Beispiel der Fall gewesen wäre, wenn ich nach Bayern oder Berlin gewechselt wäre.

Auch wenn es Überschneidungen mit den Hörern von Radio ffn gibt, werden die Postings aus deinem Radioalltag in Zukunft natürlich im Kontext von Bremen Vier stattfinden. Könnte es sein, dass du dadurch Fans bzw. Follower verlieren wirst?

Julia Bamberg: Auf jeden Fall. Man hat schon gesehen, dass einige Fans gegangen sind, als ich geposted habe, dass ich bei Radio ffn aufhöre. Das war jetzt keine große Anzahl – auf Facebook waren es etwa 20 Leute. Witzigerweise sind aber gleichzeitig neue hinzugekommen. Bisher bin ich mit 0 rausgegangen, was mich selbst gewundert hat. Ich hätte damit gerechnet, dass es mehr sein könnten. Ich habe den Wechsel aber noch nicht offiziell kommuniziert – vielleicht wird dann noch mehr passieren. Bei Twitter und SnapChat konnte ich bisher sogar ein Plus an Followern feststellen.

Trotz neuer Hörer-Community wirst du die kommende Entwicklung also zunächst einmal abwarten und startest nicht mit einer konkreten Strategie?

Julia Bamberg: Genau. Ich hatte eigentlich nie eine spezielle Strategie bei meiner Social Media-Kommunikation. (lacht) Ich habe immer geschaut, was mit den Kanälen möglich ist und was ich mit meinem Programm OnAir verbinden kann. Ich finde diese Kombination super spannend, weil man über die sozialen Netzwerke den direkten Kontakt mit den Hörern hat. Wenn man nur über das Radio kommuniziert und die Hörer dazu aufruft eine Mail zu schreiben oder anzurufen, ist die Hürde doch etwas höher, als auf einer Facebook-Seite. Wenn die Leute schon länger mit einem Kontakt haben und schreiben, macht ihnen das richtig Spaß.

„Ich finde diese Kombination super spannend, weil man über die sozialen Netzwerke den direkten Kontakt mit den Hörern hat.“

Natürlich sind es häufig die selben, die kommentieren, aber die machen das dann auch wirklich eifrig. Wie sich das jetzt nach meinem Senderwechsel entwickeln wird, lasse ich erst einmal auf mich zu kommen.


Wir danken Julia Bamberg für das freundliche und interessante Gespräch und wünschen ihr viel Erfolg für ihre Arbeit bei Bremen Vier!

Kategorie:

Markt

Datum:

14. Januar 2016

Autor:

Katharina Meißner, Marketing und PR

Katharina ist bei CrowdArchitects für den Bereich PR und Marketing zuständig und hat schon während ihrer Masterthesis ihr Herz an CrowdRadio verloren. Die studierte Medienmanagerin jongliert gerne mit Worten, schwört auf ihren englischen Schwarztee und hat zu beinahe jeder Lebenssituation ein Zitat aus den Simpsons parat.

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem * markiert.

Erfahre hier sofort, wenn neue Funktionen oder spezielle Angebote erscheinen

Newsletter abonnieren

Oder erhalte News über