CrowdRadio

Interviewreihe, 1. Teil: Personality, Technologie und Deutsche Musik – Das erwarten Radiomacher von 2016

Stärkere Präsenz auf neuen Plattformen, digitaler Reichweitenaufbau oder doch Stagnation? Die Erwartungen an Veränderungen für die Radiobranche im neuen Jahr sind unterschiedlich. Wir haben uns bei denen umgehört, die es wissen müssen: Branchenexperten Christian Schalt, Uli Dambeck (BAYERN 3) Wolfram Tech (BCI Group) und weitere verraten im ersten Teil unseres Ausblicks auf 2016, welche Veränderungen sie im kommende Jahr für die Radiobranche sehen.

Werden deiner Meinung nach im nächsten Jahr Veränderungen in der Radiobranche anstehen und wenn ja, in welchem Bereich?

Welche Rolle wird Spotify im Radiojahr 2016 spielen?

Uli Dambeck, BAYERN 3 Online: Nach meiner Einschätzung werden in den kommenden Jahren neue Plattformen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die „gewöhnliche“ terrestrische Verbreitung via UKW und DAB+ wird es weiterhin geben, aber neue Verbreitungskanäle werden wichtiger. Hörer bzw. Nutzer müssen an den Orten bedient werden, an denen sie sich aufhalten. Die Regel, dass jemand ganz gezielt zu seinem Radio „kommt“, wird dadurch abgelöst, dass die Inhalte in die Kanäle eingespeist werden müssen, die der Hörer bereits nutzt. Das kann die Verbreitung via UKW, DAB+ oder Satellit sein. Das sind aber genauso Online-Plattformen wie Facebook, Soundcloud, Spotify oder Deezer. Speziell bei den Streamingplattformen werden die Nutzer in den kommenden Jahren nicht mehr nur kuratierte Playlists vorfinden, sondern auch Wortinhalte, die zum Beispiel von Spezialisten aus Radioredaktionen beigesteuert sind.

Christian Schalt, Branchenexperte: Zwei große Trends werden sich nächstes Jahr fortsetzen und verstärken, beide ausgelöst durch die zurückgehenden Umsätze im traditionellen Vermarktungsgeschäft:

„Die Sender werden sich stärker als bisher um ihr Digitalgeschäft kümmern.“

Die Sender werden sich stärker als bisher um ihr Digitalgeschäft kümmern und sich hier insbesondere auf Reichweitenaufbau und Vermarktung konzentrieren.
Außerdem wird sich der deutsche Radiomarkt weiter konsolidieren und zunehmend in Verbünden und Gruppen agieren.

David Kaufmann, Geschäftsführer Radio Inside:  Für 2016 sehe ich keine signifikanten Veränderungen. Die Branche ist zwar wegen der anstehenden Digitalisierung in Bewegung, allerdings wird das wohl erst ab 2017 und 2018 richtig spürbar.

Tobias Brauhart, Programmchef 89.2 Radio Potsdam: Ja, auf jeden Fall. 2016 werden die Radiosender noch digitaler. Der Trend auch Videos zu verwenden, um mit den Hörern zu kommunizieren, wird immer stärker. In vielen Redaktionen macht man sich ja schon Gedanken zu Schnittsoftwares und Kameras. Programmaktionen sind bereits oft auch als Video auf den Homepages der Sender nacherlebbar. Dieser Trend wird noch weiter zunehmen. Aber auch das Thema DAB wird 2016 wieder auf die Radiosender zukommen.

Hannes Mehring, Geschäftsführer CrowdArchitects GmbH:  Ja, ich denke, es wird vergleichbar viele Veränderungen geben. Es wird Sender geben, die es verstehen die Alleinstellungsmerkmale von Radio im digitalen Zeitalter herauszuarbeiten. Dabei denke ich an starke Persönlichkeiten, Regionalität und das Vertrauen der Hörer in sehr gute redaktionelle Leistungen.
Radio wird insgesamt multimedialer sein und Technologie zunehmend als Partner verstanden. Ich glaube, Radio kann unglaublich viel Spaß machen, wenn man dessen USPs in den digitalen Alltag integrieren kann.

Wolfram Tech, BCI Group: Die Radiobranche ist immer etwas zögerlich, wenn es um Veränderungen geht. Weiterentwicklungen wird es aber natürlich geben. Das macht das Radio ja so spannend. Ich glaube in der Musik wird sich der Trend zur deutschen Musik fortsetzen.

„Moderatoren werden sich weiter profilieren.“

Außerdem werden sich Moderatoren weiter profilieren, denn die Hörer mögen einen guten Freund im Radio, der ihnen kurz und auf Augenhöhe sagt, was gerade in der Welt los ist, aber auch für einen guten Gag offen ist. Technisch gesehen wird es 2016 wahrscheinlich wenige Entwicklung geben. Das Dreigespann UKW, DAB+ und IP-Radio wird sich in gleicher Weise weiter bewegen wie auch bereits 2015. Nur Hörer werden mehr Smartphones haben und damit auch immer stärker agieren.

In Teil 2 und Teil 3 unseres Branchenausblicks geht es um Trends und Technologien, die 2016 im Radio eine wichtige Rolle spielen werden und was sich die Radioexperten persönlich für ihre Arbeit im kommenden Jahr wünschen.

Kategorie:

Markt

Datum:

9. Dezember 2015

Autor:

Katharina Meißner, Marketing und PR

Katharina ist bei CrowdArchitects für den Bereich PR und Marketing zuständig und hat schon während ihrer Masterthesis ihr Herz an CrowdRadio verloren. Die studierte Medienmanagerin jongliert gerne mit Worten, schwört auf ihren englischen Schwarztee und hat zu beinahe jeder Lebenssituation ein Zitat aus den Simpsons parat.

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Pingbacks

  1. Personality, Periscope und Streaming - Radio 2016 / Teil 2CrowdArchitects Blog

    14. Dezember 2015, 8:00

    […] in Teil 1 und Teil 3 unseres Branchenausblicks, welche Veränderungen 2016 allgemein auf die Radiobranche zu […]

  2. Investitionen, Mut und Vernetzung - Radio 2016 / Teil 3CrowdArchitects Blog

    16. Dezember 2015, 12:16

    […] 1. Teil und 2. Teil unserer Interviewreihe verraten Radioexperten, welche Veränderungen 2016 allgemein auf […]

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem * markiert.

Erfahre hier sofort, wenn neue Funktionen oder spezielle Angebote erscheinen

Newsletter abonnieren

Oder erhalte News über