CrowdRadio

Die Ritter der Datenrunde und der heilige Graph

Graph-Datenbanken finden unter IT-Entwicklern nur noch selten Anwendung. Sie gelten gemeinhin als zu kompliziert und zum Teil instabil, wobei sie von Experten als die neue Generation von Datenbanken bezeichnet werden. IT Developer Richard vertritt die letztere Ansicht und erklärt, warum der Einsatz von Graphen die Wettbewerbsvorteile eines Unternehmens maßgeblich mitbestimmen kann und wie CrowdRadio einen Graphen bereits mit einigen Hunderttausend Usern erfolgreich einsetzt.

Da wurde mir doch neulich ernsthaft gesagt, in der IT-Branche seien Graph-Datenbanken für mobile Anwendungen ein Buch mit sieben Siegeln. Und die Gespräche über Graph-Datenbanken enden immer noch zu oft in skeptischen Blicken. Die Ursache ist stets Unkenntnis und daraus resultierende Ablehnung eines logischen und notwendigen Fortschrittes.

Liebe Freunde der mittelalterlichen Programmiersprachen…

…nun werde ich für euch mal das Zeitalter der Aufklärung einläuten.
Zunächst zum Thema mobil: Eventuell haben einige von euch schon mal von iOS gelesen. Dort, so sagt man, gäbe es eine „geheime“ Datenschnittstelle namens CoreData, entwickelt von den Alchemisten des Apple-Klans, noch entstanden unter der Herrschaft des verstorbenen Fürsten Steve Jobs. Dieses CoreData stelle einen Object-Graph, also eine objektorientierte Graph-Datenbank dar, so die Dokumentation. Auch wenn zur Persistenz eine SQLite-Datenbank missbraucht wird, ist es dennoch ein Graph. Welch Hexerei!

Oder sind die so genannten relationalen Datenbanken (die so gut mit Relationen umgehen können wie Bibel-Fundamentalisten mit Darwins Evolutionstheorie) etwa doch nicht das Zentrum des Datenuniversums? Man sollte dem Ganzen mal nachgehen. Am besten bevor man den Scheiterhaufen baut. Versuchen wir es doch einmal mit wissenschaftlichen Methoden statt Vermutungen und sturem Beharren an Irrglauben.

Zeit für ein Experiment

Nehmt euch einfach ein Blatt Papier und erstellt dort ein Datenmodell eurer Wahl mit Beziehungen zueinander, wie sie in jeder Datenbank vorhanden sein werden. Oder nutzt für diese Aufgabe eines der ERM-Tools wie sie auch von MySQL Workbench angeboten werden. Was ihr nun mit 99,9%-iger Wahrscheinlichkeit erstellt habt, besteht aus Kreisen oder anderen geometrischen Flächen, in die ihr Eigenschaften oder zumindest den Namen der Entität geschrieben habt. Eure Bezeichnungen sind zudem Linien zwischen diesen Flächen mit einer Bezeichnung. Die Flächen nennen wir Knoten und die Linien nennen wir Relationen. Herzlichen Glückwunsch! Ihr habt soeben einen Graphen gezeichnet. Ob ihr es glaubt oder nicht. Und das selbst bei der Nutzung eines SQL-Tools.
Und jetzt wollt ihr diesen Graphen ernsthaft in Tabellen abbilden, in denen ihr sehr aufwendige und schwer zu verstehende Joins nutzt, um irgendwie bei Abfragen an die Verwandtschaft zu gelangen? Warum etwas in eine Struktur pressen, die ihrer Natur widerstrebt? Eigentlich doch nur, weil die Technologie bis vor kurzer Zeit nicht vorhanden war, um bei der natürlichen Abbildung bleiben zu können.

Graph-Datenbanken sind die Zukunft

Genau dies ändert sich in der Gegenwart mit der Beschleunigung des 21. Jahrhunderts und seiner schnelllebigen Entwicklergemeinde. Die Zukunft ganzer Firmenexistenzen von Global Playern hängt mittlerweile maßgeblich mit der Nutzung dieser Technologie zusammen. Zu nennen wäre hier vor allem die Plattform LinkedIn, die mit Graphen sämtliche Konkurrenz wie Monster.de ausgeschaltet hat. Einfach indem sie nun komplexe Zusammenhänge in Echtzeit auswerten konnte, wozu eine Tabellendatenbank (ohne zu übertreiben) Jahre brauchen würde.
Auch wir von CrowdRadio erobern gerade mit Hilfe dieser Technologie den mobilen Radiomarkt. Mit Graphen. Und es funktioniert. Ohne Joins. Schnell. Sehr schnell sogar. Mobil und auf dem Server. Und es können ohne Tausende Rechenoperationen über viele Relationen hinweg Daten ausgewertet werden. Im 21. Jahrhundert nennt man sowas BigData. Und wer sich derer zu lange verweigert, wird um seine Marktposition fürchten müssen.

In diesem Sinne: Auf in die Zukunft, bevor das Jetzt zur Vergangenheit wird!

Kategorie:

Technologie

Datum:

18. August 2015

Autor:

Richard Habermann, IT Development

Richard lässt als Lead Developer sein Talent und Fachwissen für Software-Engineering voll und ganz in die Crowd-Produkte fließen. Dabei strebt er immer nach der optimalen Lösung und innovativen Umsetzungen. Nach Feierabend legt er im Büro auch gerne mal aus seiner privaten Vinylsammlung auf und ist nebenbei noch begeisterter Kampfkünstler.

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