CrowdRadio

Die Zukunft von Radio ist mobil

Der Webradiomonitor von Goldmedia bietet jährlich einen Einblick in den Markt der Web- und UKW-Radios mit Internetverbreitung. Ein untersuchter Punkt im Monitor 2014 war unter anderem, wie Online-Radios bezüglich mobiler Empfangswege aufgestellt sind.

Das Ergebnis: Knapp die Hälfte der untersuchten Sender besitzt demnach eine eigene App. Ist dieser Anteil nun ein akzeptabler Wert, oder verpassen viele tatsächlich eine große Chance, die mobile Distributionskanäle bieten? Antworten darauf liefert die folgende Infografik.

Radio und Smartphones: Klassiker vs. Shootingstar

Fakt ist, dass die tägliche Radionutzungen zwischen 2010 und 2015 weitestgehend konstant geblieben und die Reichweite nur minimal gesunken ist. Radio ist also weiterhin ein wichtiges Begleitmedium im Alltag. Im Vergleich dazu stieg in der selben Zeit die tägliche Nutzung des mobilen Internets auf dem Smartphone rasant an.

Auch die Social Trends Studie 2014 von Tomorrow Focus Media (TFM), bei der die Befragten die Relevanz von verschiedenen Medien für die nächsten Jahre einschätzen sollten, bestätigt diese Entwicklungen. Von allen klassischen Medien wird Radio am stärksten gleichbleibend wichtig eingestuft. Der gleiche Anteil schätzt, dass Smartphones in ihrer Bedeutung noch zunehmen werden. Aktuell stehen die Zeichen für Radio also noch gut. Aber sollten sich Stationen Sorgen machen, dass das multimediale Medium Smartphone sie in der Zukunft ersetzen könnte?

Mobile Devices als neue Radiopartner

Nicht unbedingt! Umfragen haben ergeben, dass die meisten der regelmäßig genutzten Dienste auf Smartphones zu den Kernkompetenzen von Radio gehören. Diese Tatsache sollten sich Sender also zunutze machen und ihre Dienste und Inhalte auch für die mobile Mediennutzung aufbereiten. Synergieeffekte nutzen, muss hier das Motto lauten.

Ein deutlicher Wandel zeichnet sich jedoch für den Empfang des linearen Radioprogramms ab. 2014 verwendeten bereits 3,7 Millionen Deutsche das Internet und nicht UKW als primären Übertragungsweg für Radio. Das zunehmende Einschalten von Radiostreams im Netz bedeutet perspektivisch außerdem eine verstärkte Radionutzung über Smartphones. Im Vergleich zum Vorjahr gaben 2015 in der Mobile Effects Studie von TFM 70% mehr an, dass sie das mobile Internet häufiger nutzten als den stationären Zugang. Das heißt also, dass sich Internetdienste auch immer stärker auf dem Smartphone oder Tablet abspielen werden.

App oder mobile Website?

Ein mobiler Distributionsweg wird also auch für Radiosender immer wichtiger. Dabei stellt sich nun die Frage, ob eine eigene App dafür nötig ist oder ob auch eine mobile Website dafür ausreicht. Der Cross-Platform Report 2014 von Nielsen gibt dazu einen interessanten Einblick. Die Befragten verbrachten demnach 89% ihrer Zeit im mobilen Internet in Apps und lediglich 11% auf mobilen Websites, wobei sich die Zahlen auf US-Nutzer beziehen.

Diese Tendenz spiegelt sich auch in der Prognose des Webradiomonitors von Goldmedia wider: Bis 2016 wird der Empfang von Online-Radioangeboten über Apps voraussichtlich weiter um 29% steigen und mit 35% den größten Distributionsweg des mobilen Empfangs ausmachen.

Angesichts dieser Fakten und Prognosen ist die Tatsache, dass etwa knapp die Hälfte der Online-Radios über eine eigene App verfügt, durchaus ein guter Anfang. Doch für viele besteht noch dringender Handlungsbedarf, um von dem Siegeszug des mobilen Internets profitieren zu können.

Kategorie:

Markt

Datum:

19. Mai 2015

Autor:

Katharina Meißner, Marketing und PR

Katharina ist bei CrowdArchitects für den Bereich PR und Marketing zuständig und hat schon während ihrer Masterthesis ihr Herz an CrowdRadio verloren. Die studierte Medienmanagerin jongliert gerne mit Worten, schwört auf ihren englischen Schwarztee und hat zu beinahe jeder Lebenssituation ein Zitat aus den Simpsons parat.

Kommentare

  1. Tobias

    8. Juni 2015, 19:23 · Antworten

    Vielen Dank für diesen interessanten Artikel. Es wird heutzutage immer einfacher ein eigenes Webradio zu starten. Das Internet hat sich soweit entwickelt, dass das nötige Equipment dafür immer geringer wird.

Pingbacks

  1. Lokalrundfunktage 2015 mit CrowdRadio — CrowdArchitects Blog

    18. Juni 2015, 14:39

    […] wird unser CEO Hannes Mehring am Dienstag um 17:00 Uhr in unserem Ausstellervortrag über die mobile Zukunft des Radios und den Trend der Apps-Nutzung auf dem deutschen Markt […]

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