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5 Gründe, warum Radio visueller werden muss

Radio muss visueller werden! Diese Forderung klingt zuerst etwas irritierend, schließlich ist das Alleinstellungsmerkmal von Radio doch, dass es als Begleitmedium nur den Hörsinn beansprucht. Doch Fakt ist, dass die USP des Rundfunks auch gleichzeitig eine Schwachstelle ist. Das lineare Radioprogramm ist vergänglich. Für den Hörer bestehen kaum Möglichkeiten, eine vergangene Sendung oder das Interview mit dem Studiogast nachzuhören oder aufzunehmen. Soll und darf sich Radio also nur mit der Tonspur als Medienkanal zufrieden geben?

Wir sind der Meinung: Radio muss in Zukunft visueller werden und sein lineares OnAir-Programm mit einer zusätzlichen Plattform multimedial ergänzen. Warum genau, erklären wir mit den folgenden fünf Gründen.

Grund 1: Radio ist vergänglich

Die Entwicklung hin zu Media-on-Demand, also die Möglichkeit, Medieninhalte zeitunabhängig abrufen und nutzen zu können, ist wohl kaum mehr aufzuhalten. Der Trend zum individuellen Medienkonsum führt dazu, dass die User Nachrichten und Unterhaltungsprogramme selbstbestimmt nutzen wollen. Das Fernsehen hat schon längst darauf reagiert und die meisten TV-Sender bieten ihr Programm online zum Nachschauen an.

In Zeiten, in denen visuelle Mediendienste wie YouTube oder Instagram den Ton angeben, haben es reine Audiobeiträge im Kampf um die Aufmerksamkeit der Nutzer zusätzlich schwer. Das OnAir-Programm einfach nur als Podcast on-demand zur Verfügung zu stellen, wird deshalb kaum ausreichen. Um mehr Berührungspunkte mit den Hörern zu gestalten, sollten Radiosender eine zusätzliche Plattform nutzen die ihre Audio-USP visuell unterstützt. Damit können Stationen zum einen ihr Audio-Programm zeit- und ortsunabhängig  verfügbar machen und es zum anderen multimedial mit Artikeln, Fotos oder Videos aufbereiten. Wie das funktionieren kann, zeigt beispielsweise 89.2 Radio Potsdam mit seiner Beitragsreihe „Der Besteste Lieblingsplatz“. Interviews mit Hörern werden sowohl im OnAir-Programm als Tonspur, als auch auf YouTube und in ihrer App als Video verbreitet.

Grund 2: Das Smartphone als etablierter Second Channel

Die parallele Nutzung visueller Plattformen – dem sog. Second Screen – während des laufenden Fernsehprogramms wird vor allem bei den jüngeren Zuschauern bereits immer mehr zur Normalität. Laut des Digitalisierungsberichts 2014 von TNS Infratest sind Smartphones mit 47,5% das am häufigsten genutzte Medium für den Second Screen. Gründe dafür sind sicher, dass Smartphones theoretisch immer griffbereit sind und Handynutzer mittlerweile fast flächendeckend ein solches Allround-Gerät besitzen.

Die zweithäufigste Parallel-Aktivität auf dem Second Screen ist dabei die Recherche nach aktuellen Infos und Nachrichten. Das ist vor allem für Radiosender interessant, da sie als Informationsmedium Nachrichten, insbesondere lokale Berichterstattung, Verkehr- und Wettermeldungen so schnell wie kein anderes Medium verbreiten können. Solche Beiträge visuell und ebenfalls zeitnah auf die Smartphones der Hörer zu bringen, kann der Schlüssel für maximale Berührungspunkte mit den Hörern sein.


Grund 3: Radiohörer haben freie Kapazitäten

Die Medien Fernsehen und Print nutzen schon seit Jahren zusätzliche Kanäle, um mit weiterführendem visuellen Content Nutzer für sich zu gewinnen. Seien es Sendungsausschnitte zum Nachschauen,  ein kurzer Videobeitrag eines Feuerwehreinsatzes oder eine Fotogalerie vom letzten Stadtfest. Im Hörfunk hingegen stehen bisher die auditiven Reize im Vordergrund. Doch gerade hier bietet es sich an, den Usern programmbegleitend ebenso visuelle Beiträge anzubieten.

So ergab die Medienanalyse Radio 2014, dass sich die Tätigkeiten, während derer das Begleitmedium Radio genutzt wird, durchaus für einen visuellen Konsum eignen. Denn nicht nur der Empfang während der Autofahrt gehört zu den Nutzungsmomenten von Radio. 46% der Befragten gaben beispielsweise an, Radio unter anderem während des Essens zu hören, 23% schalten während ihrer Arbeit zu Hause ein und 28% nutzen Radio bei sonstigen Tätigkeiten wie Joggen, Lesen, U-Bahnfahren oder Ähnlichem. Der Griff zum Smartphone ist in diesen Fällen also ein Leichtes, um zusätzlichen Content zum Live-Programm abzurufen.


Grund 4: Eure Fans wollen exklusive Inhalte

Multimedial auch mit Fotos und Videos im Netz vertreten sein – das versuchen bereits viele Radiosender über soziale Netzwerke. Die erfolgreichsten Radiosender auf Facebook aus den DACH-Regionen können laut radioszene.de immerhin bereits mehr als 400.000 Fans verzeichnen. Warum User Unternehmensseiten auf Facebook liken, hat ExactTarget 2013 untersucht und festgestellt, dass sich ein Viertel der Fans davon vor allem exklusive Inhalte verspricht.

Die Hörer erwarten von der digitalen Verknüpfung also einzigartigen Content, den sie nur bei ihrem Sender bekommen, z.B. Interviews, Konzertmitschnitte oder Comedy. Aber warum dann den hochwertigen Content auf der Plattform eines Drittanbieters auslagern und nicht auf der eigenen? Mit einem sendereigenen Multimedia-Kanal und exklusiven Beiträgen können Sender ihrer Marke ein schärferes Profil geben und sich so von Aggregatoren abgrenzen. Gleichzeitig entsteht für die Hörer ein Argument, die mobile, visuelle Plattform zu nutzen, wenn das Hören des OnAir-Programms mal nicht möglich oder gewünscht ist.

Grund 5: Mobilen Radiostreams gehört die Zukunft

Die Medienanalyse Radio 2015 und der Webradiomonitor 2014 zeigen, dass sich der Empfang von Radio in den nächsten Jahren vermehrt auf das mobile Internet verlagern wird. So nahm die prinzipielle Radionutzung über das Mobiltelefon zwischen 2013 und 2014 von 8,8% auf 15,7% zu und für 2016 wird geschätzt, dass bis dahin der Empfang von Onlineradio zu 44% über mobile Geräte stattfindet. Für die Nutzung des OnAir-Programms werden Hörer also zukünftig ohnehin verstärkt auf mobile Plattformen zugreifen. Die Verknüpfung des Online-Streams mit dem multimedialen Second Channel auf einer mobilen Plattform ist also ein naheliegendes Konzept, damit Radiosender mit der sich wandelnden Mediennutzung ihrer Hörer Schritt halten können.

Kategorie:

Markt

Datum:

26. Mai 2015

Autor:

Katharina Meißner, Marketing und PR

Katharina ist bei CrowdArchitects für den Bereich PR und Marketing zuständig und hat schon während ihrer Masterthesis ihr Herz an CrowdRadio verloren. Die studierte Medienmanagerin jongliert gerne mit Worten, schwört auf ihren englischen Schwarztee und hat zu beinahe jeder Lebenssituation ein Zitat aus den Simpsons parat.

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