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Warum Facebook-Beiträge nicht alle Nutzer erreichen

Unternehmen sind verärgert, Fans verwundert – Facebook hat Veränderungen im EdgeRank vorgenommen, durch den die durchschnittliche Reichweite bei Postings auf Facebook Pages deutlich verringert wurde.

Facebook nimmt bekanntlich oft und gerne Änderungen vor, von denen man im Vorfeld nichts mitbekommt. Man denke nur an die zuletzt gelöschten Fake-Accounts oder die neue Anordnung der Fotos im Profil. Bereits im September wurde der so genannte EdgeRank geändert, was zu verminderter Reichweite bei Posts führte. Seitdem ist ein kontinuierlicher Rückgang zu beobachten. Insgesamt ist von einer Reichweitenverminderung von bis zu 40 Prozent die Rede.

Durchschnittliche Entwicklung der Reichweite von Facebook Postings (Quelle: We are social / socialbakers)

Was ist der EdgeRank?

Der EdgeRank ist ein Facebook-eigener Algorithmus, der dafür zuständig ist, welche und wie viele Posts im Newsfeed eines jeden Nutzers auf Facebook angezeigt werden. Dabei geht es um alle Aktivitäten, wie z.B. Statusupdates, Kommentare, das Hochladen von Bildern und Alben etc. Die News werden durch den Algorithmus nach ihrer Relevanz für den jeweiligen User gefiltert. Das heißt: Facebook trifft eine Vorauswahl der anzuzeigenden Inhalte. Somit wird nicht jeder Post jedem verbundenen Nutzer angezeigt, auch wenn dieser das vielleicht möchte.

Wo liegt das Problem?

Gerade für Unternehmen liefert der neu generierte EdgeRank Probleme, schließlich möchten diese all ihren Fans stetig News und Updates zukommen lassen. Durch die stark verminderte Reichweite ist das nun nicht mehr möglich. Erreichten Postings noch im August durchschnittlich ca. ein Viertel der Fans einer Seite, so kämpfen Unternehmen nun darum, mit ihren Beiträgen in den Newsfeed der Fans überhaupt erst einmal vorzudringen.

Was hat Facebook davon?

Natürlich kommt diese Veränderung nicht aus dem Nichts. Facebook äußerte sich zum EdgeRank insofern, dass dem Nutzer nur die interessantesten Inhalte dargestellt werden sollen. Dies betrifft jene Inhalte, bei denen es sehr wahrscheinlich ist, dass der Nutzer mit ihnen interagiert.

Jedoch scheint es dabei um mehr zu gehen. Denn Unternehmen können sich seit einigen Monaten auch durch finanzielle Mittel eine höhere Reichweite erkaufen – durch die so genannten Promoted Posts. Sichtbarkeit gegen Bezahlung. Dieses Vorgehen erweckt den Eindruck, dass Facebook Unternehmen dazu bringen will, mehr in Promoted Posts zu investieren, damit diese zumindest die gewohnte Reichweite zurück erlangen. Bislang scheint dies auch die einzige Möglichkeit zu sein.

Wie kann man dagegen angehen?

Neben den Promoted Posts gibt es allerdings weitere Wege, eine hohe Reichweite zu generieren.

Wichtig ist vor allem, Interaktionen der Nutzer hervorzurufen. So können Posts viral verbreitet werden und die Reichweite wird erhöht. Darauf zielt auch Facebook ab. Insgesamt sollen qualitativ höherwertige Posts veröffentlicht werden, die den Nutzern zusagen. Demnach sind Inhalte von Vorteil, die den Fan mehr über das Unternehmen erfahren lassen und spontan Emotionen auslösen. Das alles in einem kurzen Statusupdate zu vereinen ist allerdings keine leichte Sache. Mit Kreativität und Engagiertheit können aber auch ohne große finanzielle Mittel wirksame Inhalte erstellt werden. Diese sollten dann strukturiert in einem Redaktionsplan gesammelt werden.

Auf Unternehmensseite ist also mehr als zuvor eine durchdachte Strategie notwendig, die kontinuierlich wertvolle und interessante Inhalte enthält. Zum einen sollen diese in Bezug zum Unternehmen stehen und zum anderen die Fans zum Interagieren anregen. Sinnvolle Markenkommunikation und Interaktion sind hier die Stichworte. Die Facebook-Strategie muss eingebettet in die gesamte Kommunikationsstrategie eines Unternehmens erfolgen und ein Teil dieser sein. Nur so können Kunden effektiv und überdauernd an ein Unternehmen gebunden werden.

Die Auswirkungen für Unternehmen

Facebook greift also noch stärker als zuvor in den Newsfeed der Nutzer ein und selektiert die Inhalte durch den EdgeRank. Für Unternehmen ist es nun besonders wichtig, eine gute Strategie mit überzeugenden Inhalten zu entwickeln, denn auch uninteressante Inhalte werden durch die finanzielle Spritze für die User nicht interessanter. Ob die Entwicklung dann nicht doch in banalen „gefällt mir“- anwerbenden Aktionen endet, die nicht mehr mit dem Unternehmen in Verbindung stehen und keinerlei Mehrwert für den Nutzer bieten, bleibt abzuwarten.

Kategorie:

Markt

Datum:

19. Oktober 2012

Autor:

Vanessa Ellguth

Kommentare

  1. Youolo

    26. Februar 2013, 15:44 · Antworten

    Zitat: „Das heißt: Facebook trifft eine Vorauswahl der anzuzeigenden Inhalte. Somit wird nicht jeder Post jedem verbundenen Nutzer angezeigt, auch wenn dieser das vielleicht möchte“

    Zensur Algorithmus?

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