CrowdRadio

Zwei Gründe, warum das klassische Beratungsmodell ausgedient hat.

Ein Workshop bei Eniteo.de (Derivateportal der DZ BANK AG aus Frankfurt) liegt hinter uns. Ziel des zweitägigen Workshops war es, die bereits vorhandenen Aktivitäten auf Social Media Kanälen zu evaluieren, zu optimieren und dem Redaktionsteam generell ein Bewusstsein für neue Anforderungen von Social Media (Marketing) zu geben. Es folgt nun eine mehrmonatige Betreuungsphase. Unabhängig vom eigentlichen Inhalt, hat der Workshop unsere Philosophie bestätigt, dass „Beratung“ im Social Media Kontext eigentlich unsinnig ist.

Konzentrierte Arbeit bei Eniteo

Konzentrierte Arbeit bei Eniteo

Vielleicht ist es spitzfindig. Nach landläufigem Verständnis impliziert das Wort „Beratung“, dass dem Unternehmen der Weg aufzeigt wird, den es zu schreiten hat. Unternehmensberater nehmen Entscheidungen ab oder entwickeln z.B. neue Geschäftsideen. Das Ziel vieler Beratungsfirmen und PR-Agenturen ist, sich unabdingbar zu machen.

Aber ist dieses System mit Social Media vereinbar? Unserer Ansicht nach nicht. Das hat zwei Gründe:

1. Es kommt auf Nachhaltigkeit an.

Bei der Vermittlung von Kompetenzen für Social Media stehen die Methoden im Vordergrund und nicht die Inhalte. Niemand kann besser über das Geschäft sprechen, als das Unternehmen selbst. Deshalb sind wir davon überzeugt, dass die Betreuung – um einen passenderen Begriff zu prägen – endlich sein muss. Das heißt, die Agentur übernimmt eine Lenkungsfunktion und am Ende einer Betreuungsphase ist der Kunde selbständig in der Lage, die Werkzeuge zu bedienen und gescheit auf Kundenfeedback zu reagieren. Das unterscheidet die Arbeit einer Social Media-Agentur von der einer PR-Agentur, die in der Regel dafür zuständig ist, sämtliche PR-Tätigkeiten des Unternehmens zu übernehmen.

In der Praxis steht am Anfang der Betreuungsphase ein Workshop, in dem die Grundlagen der „Social Media Denkweise“ vermittelt und einige Best Practice-Beispiele gezeigt werden. Im Anschluss folgt eine Betreuungsphase, in welcher der Kunde selbständig aber eben betreut auf den neuen Kanälen aktiv wird. Nur so lässt sich ein Gefühl für die Art der speziellen Kommunikation in Social Web vermitteln.

2. Social Media entwickelt sich noch.

Im Gegensatz zu klassischer PR ist Social Media immer noch ein Gebiet, welches sich intensiv weiterentwickelt und noch nicht ansatzweise vollständig erforscht wurde. Es gibt relativ wenig empirische Befunde und bislang kann niemand von sich behaupten, das social Web vollständig begriffen zu haben. Eine umfassende Beratung mit dem Abschätzen aller Erfolge und Risiken ist daher schlicht nicht möglich. Besser ist die Vermittlung von Erfahrungen in Verbindung mit einem soliden kommunikationswissenschaftlichen Wissen. Angesichts der enormen Expansion des Social Webs, sind Erfahrungswerte sehr nützlich.

Ein Workshop ist eine gute Grundlage. Ob die vermittelten Kompetenzen anschließend korrekt angewandt werden, ist eine andere Frage. Nicht nur von Eniteo erhielten wir deshalb das Feedback, dass besonders die Betreuung im Anschluss ein ausschlaggebender Grund für die Zusammenarbeit war.

Kategorie:

Markt

Datum:

29. Juli 2010

Autor:

Hannes Mehring, Geschäftsführung, UX Konzeption

Hannes ist Gründer von CrowdRadio. Schon während seines Medienwissenschaft-Studiums beschäftigten ihn, welche Auswirkungen die übermächtig scheinenden sozialen Medien auf klassische Medien haben - der Grundstein für CrowdRadio. Hannes hat ausgeprägte norddeutsche Wurzeln, weshalb er seinen Hang zur Natur gerne auch auf dem Wasser auslebt.

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  1. Tweets that mention Zwei Gründe, warum das klassische Beratungsmodell ausgedient hat. » Beratung, Betreuung, Philosophie, Schulung, Seminar, Workshop » Social Media Schmiede -- Topsy.com

    29. Juli 2010, 17:36

    […] This post was mentioned on Twitter by Hannes M. and Evelyn Zschächner , frischr. frischr said: Neu in der Schmiede: Zwei Gründe, warum das klassische Beratungsmodell ausgedient hat. http://bit.ly/cnWenm […]

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