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TeeGschwendner – die Schwerfälligkeit der Pioniere

Deutschland, ein Land der Pioniere, Marken und Erfinder. Besonders im Lifestyle-Segment könnte ich spontan zehn Marken aufzählen, die ich wegen ihrer Herkunft und Philosophie sympathisch finde. Doch eigenartiger Weise scheint trotz aller Innovationsfreude ein wichtiger Trend an manchen Marken vorbei zu ziehen.

Ich bin Fan. Ein richtiger, echter Fan. Das zeigt sich dadurch, dass ich Produkte kaufe, sie weiterempehle, sogar verschenke. Und ich meine nicht Apple. Vor einiger Zeit habe ich sogar mit dem Herrn Geschäftsführer telefoniert, weil ich eine Frage hatte. Eigentlich wollte ich nur den Kundendienst von TeeGschwendner sprechen aber die stellten mit gleich zum Chef durch. Seit dem bin ich noch mehr Fan. Ich glaube, wegen mir hat der Teehändler schon mindestens zehn neue zahlende Kunden bekommen.

Da ich meine Empfehlungen gerne im Kreise meiner Freunde verbreite und diese nunmal signifikant in sozialen Netzwerken vertreten sind, suchte ich schon vor über einem Jahr nach der Marke im Netz, auf facebook, in Gourmetcommunities, in Twitter. Das Ergebnis: Nichts. Nunja, ich wäre kein richtiger Fan, wenn ich den Teadealer of my choice nicht per Mail auf die Umstände hinweisen würde. Die Reaktion: Nichts. Kannte ich so gar nicht von denen.

Kürzlich, bei einer Onlinebestellung, entdeckte ich dann in der rechten unteren Ecke der Website einen kleinen Hinweis auf eine TeeGschwendner iPhone-App sowie einen Twitter-Account. Hinter der App verbirgt sich die unglaubliche Funktion einer Teeuhr, der Twitteraccount hat in den 122 Tagen seiner Existenz genau 24 Tweets produziert. Dass das nur gute 50 Leute auf den Plan ruft ist wenig verwunderlich. Präsenz auf Facebook? Weiterhin Fehlanzeige. Dabei ergab meine kurze Recherche, dass allein in Deutschland rund 6.200 Nutzer der vermutlichen Zielgruppe (Hochschulabsolvent, Interessen in essen, trinken oder Gourmet) direkt angesprochen werden könnten. Für einen lächerlich geringen Aufwand im Vergleich zu dem Benefit, den TeeGschwendner erzielen könnte, wenn sie Fans wie mich auf ihre Seite ziehen würden.

Mir will nicht einleuchten, wieso kluge, innovative Unternehmen, als was ich den Meckenheimer Teehändler einschätze, diesen Trends immernoch nicht die gebührende Ernsthaftigkeit zukommen lassen und eigentlich sinnvollen Lösungen selbst in den Sand setzen oder von ihrer PR-Agenturen stümperhaft umsetzen lassen. Ich jedenfalls fange an, meine Sympathie langsam zu verlieren wegen solch amateurhaften Verhaltens. Und da das Thema Social Media Monitoring den Damen und Herren vermutlich ein Fremdwort ist, werde ich ihnen diesen Artikel per E-Mail zusenden.

Cheers.

(Bild by marafet)

Kategorie:

Markt

Datum:

29. April 2010

Autor:

Hannes Mehring, Geschäftsführung, UX Konzeption

Hannes ist Gründer von CrowdRadio. Schon während seines Medienwissenschaft-Studiums beschäftigten ihn, welche Auswirkungen die übermächtig scheinenden sozialen Medien auf klassische Medien haben - der Grundstein für CrowdRadio. Hannes hat ausgeprägte norddeutsche Wurzeln, weshalb er seinen Hang zur Natur gerne auch auf dem Wasser auslebt.

Kommentare

  1. Henrik

    30. April 2010, 12:28 · Antworten

    Klasse Artikel! Ich stimme Dir hundertprozentig zu!

  2. an

    1. Mai 2010, 15:57 · Antworten

    http://www.facebook.com/teaplace

    find ich eigentlich ganz nett die fbseite…

  3. an

    1. Mai 2010, 16:01 · Antworten

    ach und nen twitteraccount haben sie auch noch… klar alles auf englisch. aber irgendwie find ich deine kritik hier nicht gerechtfertigt.
    wirkt irgendwie schlecht recherchiert.

    mehr geht natürlich immer… da hast du recht…

  4. Hannes Mehring

    Hannes

    1. Mai 2010, 17:30 · Antworten

    @AN: stimmt, Du hast recht, es gibt eine internationale Facebook-Fanpage. Siehste, da bin nicht mal ich drauf gekommen, danach zu suchen, obwohl ich weiß, dass es TeaGschwendner gibt.
    Dennoch stehe ich zu meiner Aussage oben. Denn zum einen gibt es keine Page für Deutschland, zum anderen steht das Fehlen auch als Synonym für sonstige fehlende Aktivität. Wie gut hätte die Somelier-Kampagne in eine geschickte Social Media-Strategie verpackt werden können!
    Mein Artikel gilt nicht dem Spott, sondern dem Ansporn.

  5. Carina C. Kircher | Fotografin

    5. Mai 2010, 3:35 · Antworten

    …vorausschauend, wie man es von frischr nicht anders erwartet! Nur eine Frage der Zeit und dann ist es, als ob es nie anders gewesen wäre…

  6. Bastian

    27. Mai 2010, 14:36 · Antworten

    Gab es eigentlich eine Reaktion auf deine eMail?

  7. Hannes Mehring

    Hannes

    27. Mai 2010, 14:38 · Antworten

    @Bastian: Nein, leider nicht eine.

  8. Teetrinker

    28. November 2010, 12:26 · Antworten

    Du scheinst kein Teetrinker zu sein!

  9. Teetrinker

    28. November 2010, 12:28 · Antworten

    Du scheinst kein Teetrinker zu sein!
    Ausserdem ist es nicht von Vorteil (wenn man Qualität nicht mit Omnipräsenz und Geschwindigkeit verwechselt)
    immer bei den ERSTEN zu sein.
    Teetrinker wissen das.

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