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Tchibo ideas: so funktioniert Crowdsourcing

Denkt man Social Media konsequent weiter, dann fällt der Blick irgendwann auf das enorme Potential, welches die User (die „Crowd“) an den Tag befördern. Sie helfen sich in Supportforen gegenseitig, geben wertvolle Kritik zu Produkten oder entwickeln die Produkte gleich komplett selbst.

Vor gut einem Jahr, ging Tchibo mit einem neuen Produkt an den Start: Tchibo ideas. Der eigene Slogan, dem Kunden jede Woche eine neue Welt präsentieren zu können, brachte den Konzern unter Zugzwang. So entstand die Idee, die Kunden selbst Lösungen für Alltagsprobleme entwickeln zu lassen. Also wurde die Plattform Tchibo ideas gegründet, auf der neue Produkte nach dem Schema „Problem-Lösung-Abstimmung“ entwickelt werden.

Tchibo Ideas Plattform

Was mich erstaunt, ist die Konsequenz, mit der der Konzern die Initiative durchzieht. Aller Kritik zum Trotze, verhält sich Tchibo sehr loyal. Die User verlieren keine Rechte an den eingereichten Produkten. Im Gegenteil, es wird explizit empfohlen, sich die Rechte mit Patenten zu sichern. Zusätzlich kann jeder Erfinder durch ein Nutzer-Voting monatliche Bargeldpreise gewinnen. Am Ende des Jahres werden von einer Fachjury noch einmal 10.000 Euro vergeben.

Entscheidet sich Tchibo für die Aufnahme eines Produktes in das Sortiment, schließt der Konzern mit dem Erfinder einen exklusiven und internationalen Lizenzvertrag über drei Jahre ab und zahlt ein Salär für jedes produzierte Exemplar.Der Erfinder wird zusätzlich auf der Website sowie auf der Produktverpackung mit Bild und Text erwähnt.

Tchibo Ideas Gewinner

Nach nun einem  Jahr Erfahrung zogen André Albrecht und Marcus Bader von Tchibo ideas auf dem Community Camp in Berlin ein Resümee: Sie sind mit der Entwicklung äußerst zufrieden. Die Community wird akzeptiert und hat täglich ca. 2.000 Besucher zu verzeichnen. Es werden viele Probleme und Lösungen eingereicht und tatsächlich wurden im ersten Jahr vier Produkte hergestellt und erfolgreich verkauft, weitere zwei werden dieses Jahr folgen.

Die Community umfasst derzeit ca. 7.000 Mitglieder und wird von sieben Communitymanagern betreut. „Das Ziel ist nicht, die Reichweite zu jedem Preis zu erhöhen, sondern vor allem die Qualität zu sichern“, erzählt André Albrecht. Schließlich sei die Plattform für die Entwicklung neuer Produkte gegründet worden und nicht als zusätzliches Marketinginstrument.

Fazit

Die Initiative Tchibo Ideas zeigt, wie auch in Konzernen erfolgreiches Crowdsourcing aussehen kann. Voraussetzung ist die Akzeptanz für eine konsequente Umsetzung des Social Media Gedanken, um nicht als unseriös und „Aasgeier“ abgestempelt zu werden. Im diesem Fall fand die Beratung und Umsetzung durch Agenturen statt, mit denen der Konzern auch schon vorher zusammen arbeitete. Tchibo stellte eigenes Personal zur Verfügung, lies sich jedoch professionell beraten. Das Ergebnis ist ein enormer Reputationspush für den Konzern und eine hohe Akzeptanz der Community. Daumen hoch!

Kategorie:

Markt

Datum:

4. November 2009

Autor:

Hannes Mehring, Geschäftsführung, UX Konzeption

Hannes ist Gründer von CrowdRadio. Schon während seines Medienwissenschaft-Studiums beschäftigten ihn, welche Auswirkungen die übermächtig scheinenden sozialen Medien auf klassische Medien haben - der Grundstein für CrowdRadio. Hannes hat ausgeprägte norddeutsche Wurzeln, weshalb er seinen Hang zur Natur gerne auch auf dem Wasser auslebt.

Kommentare

  1. André Albrecht

    4. November 2009, 15:56 · Antworten

    Hallo Jungs, vielen Dank für den virtuellen Schulterklopfer. Minimale Korrektur: wir sind nicht ganz so groß – keine 13 Mitarbeiter im Team. Es sind lediglich 7 (+ einen genialen Werkstudenten)…aber arbeiten natürlich für 13…! 😉
    Beste Grüße aus HH
    André

  2. Hannes Mehring

    Hannes

    4. November 2009, 16:07 · Antworten

    Tatsache? Dann hab ich das falsch verstanden. Ist korrigiert. 🙂

  3. Terry Walter Kensington

    4. November 2009, 19:19 · Antworten

    hallo leute,
    in diesem zusammenhang sollte man unbedingt auch die plattform http://www.brainfloor.com erwähnen. ich bin dort mitglied und hab bereits richtig gute kohle verdient. laut des letzten newsletter sollten in den nächsten tagen mehrere neue projekte veröffentlicht werden. also unbedingt mitmachen. lg tewake

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    4. November 2009, 23:26

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