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Was sind Social Media Policies und sind diese sinnvoll?

Auf dem CommunityCamp konnte ich eine interessante Beobachtung machen: Die Verbreitung von Social Media Policies ist noch sehr gering. Policies stellen einen Leitfaden für Mitarbeiter dar, die den Umgang und das Verhalten in Social Networks in Bezug auf das Unternehmen regeln. So soll verhindert werden, dass nicht-öffentliche Informationen nach außen dringen und durch unvorsichtige Äußerungen das Unternehmensimage einen Schaden nimmt.

So könnte man denken. Jedoch hat eine Policy aus meiner Sicht eine andere Aufgabe. Die „du darfst“ sollten die „du darfst nicht“ überwiegen, denn so gibt man den Mitarbeitern Sicherheit im Umgang mit digitalen sozialen Netzwerken. Wenn ich als Mitarbeiter weiß, was ich schreiben darf, bin ich eher dazu bereit, überhaupt etwas zu schreiben. Die Einführung eines Leitfadens könnte außerdem meine Aktivität in digitalen Netzwerken anregen.

Ein Unternehmen sollte Wert darauf legen, dass sich die Mitarbeiter mit ihrem Job identifizieren und deshalb auch aus ihrer Zufriedenheit heraus gut über ihren Job schreiben. Gibt es Unzufriedenheit und Kritik, dann löst es dieses Problem hingegen nicht, indem es totgeschweigen wird – das ist nichts Neues.

Man sollte jedoch verhindern, dass sich Mitarbeiter zu Themen äußern, die nicht ihren Fachgebieten entsprechen oder, extremer noch, zu denen sie nicht befugt sind, sich zu äußern. Um Missverständnisse und Konflikte zu vermeiden, kann dies in einer Policy geregelt werden.

Wenn ich mich in den bestehenden Policies einiger Unternehmen umschaue, stelle ich enorme Unterschiede fest. IBM und Intel ziehen es vor, in seitenlangen Pamphleten Ihre Mitarbeiter mit Regeln zu erschlagen. Dem IT-Dienstleister Coremedia genügt hingegen ein Satz: „Schreibe nichts Dummes!“. Vivian Pein, Communitymanagerin der XING AG, gab auf dem Camp weiter, dass das Social Network keine verbindliche Policy für seine Mitarbeiter vorschreibt, sondern mit „5 goldene Regeln“ auskommt:

  1. Kennzeichne Deine Meinung auch als Deine Meinung
  2. „One Voice“ – das Unternehmen spricht immer mit einer Stimme
  3. Mische Dich nicht in Auseinandersetzungen ein
  4. Veröffentliche nur Infos, die vorher schon öffentlich waren; verrate keine Unternehmensinterna
  5. wenn Du Dir unsicher bist, frage lieber noch mal nach

Welchen Weg man einschlägt, muss man von Fall zu Fall entscheiden. Es gibt eine Vielzahl von Gründen, die spezielle Regeln rechtfertigen. Vor der Erstellung, sollte man sich in jedem Fall einige Beispiele ansehen und reflektieren, ob sie auf einen selbst inspirierend oder abschreckend wirken. Die Guideline von Mashable hilft bei der Erstellung mehr, als der Hausanwalt.

Kategorie:

Markt

Datum:

11. November 2009

Autor:

Hannes Mehring, Geschäftsführung, UX Konzeption

Hannes ist Gründer von CrowdRadio. Schon während seines Medienwissenschaft-Studiums beschäftigten ihn, welche Auswirkungen die übermächtig scheinenden sozialen Medien auf klassische Medien haben - der Grundstein für CrowdRadio. Hannes hat ausgeprägte norddeutsche Wurzeln, weshalb er seinen Hang zur Natur gerne auch auf dem Wasser auslebt.

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