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Acht Erfolgsfaktoren beim Einstieg in Social Media

Der Einstieg in Social Media ist für Unternehmen mit nicht zu unterschätzendem Aufwand verbunden und sollte mit einer detaillierten Planungs- und Evaluierungsphase begonnen werden. Hierbei müssen verschiedene technische, unternehmensinterne und -externe Faktoren berücksichtigt werden, um die richtige Zielgruppe anzusprechen und Mitarbeiter für die Nutzung von neuartigen Diensten und Applikationen zu begeistern, ohne sie dabei zu überfordern und in ihrer täglichen Arbeitsroutine zu behindern.

In diesem Artikel werden die aus unserer Sicht acht wichtigsten Faktoren für einen erfolgreichen Einstieg in Social Media aufgeführt und diskutiert.

1. Offenheit gegenüber neuen Tools, Entwicklungen und Möglichkeiten

Erst gut ein Jahrzehnt – und doch eine gefühlte Ewigkeit – hat die E-Mail die Rolle des bevorzugten Kommunikationsmittel eingenommen. Es hat sich gezeigt, dass diese Methode mit einigen Nachteilen verbunden ist. In langen Diskussionen leidet oft die Übersicht, was nicht selten genug zum Verlust von Informationen beim Leser führt.

Heute gibt es eine Reihe von interessanten Tools und Diensten, die eine Kommunikation innerhalb und außerhalb eines Unternehmens effizienter steuern und gleichzeitig zu einer erhöhten Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit beitragen könnnen.

Welche Kommunikationsmethode für ein Unternehmen am effektivsten ist, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Daher sollte genügend Raum für Experimente eingeräumt werden und Skepsis gegenüber neuartiger Technik vermieden werden.

Die Offenheit sollte sich auch auf Mitarbeiter erstrecken. Denn diese können einen wesentlichen Beitrag zum Social Media Erfolg beisteuern, indem sie selbst auch während der Arbeitszeit freien Zugang zu Social Networks haben. Soziale Medien bieten wertvolle Informationen und die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen, wodurch die Arbeitseffizienz gesteigert werden kann. Um beiden Seiten gerecht zu werden, sollten Ziele vereinbart und eine Social Media Policy erstellt werden.

2. Bereitschaft für langfristige Neuerungen

Social Media Marketing ist keine Kampagne, sondern eine langfristige Maßnahme. Es hat keinen Sinn, sich in sozialen Netzwerken einzunisten und seine Accounts nach einer Kampagne einschlafen zu lassen. Mit den Botschaft „Hallo! Sprecht mit uns!“ signalisiert man seinen Kunden, dass man sich ab sofort auf ihren Kanälen geöffnet hat. Das bedeutet aber auch, dass man jetzt hier zuhören muss. Lässt man diese Kanäle einschlafen, lässt man sich nicht nur viel wertvollen Input entgehen, man riskiert auch einen Imageverlust.

3. Kenntnisse über Zielgruppe

Das A und O für eine erfolgreiche Zielgruppenansprache ist, die Zielgruppe auch zu kennen. Und zwar reichen hier nicht nur Kenntnisse über deren Verwendung der eigenen Produkte. Vielmehr ist es jetzt wichtig zu wissen, wo sie sich im Social Web aufhält und wie sie dort kommuniziert. Das wie ist dabei sehr entscheidend! Um sich glaubhaft aufzustellen, darf der eigene Input nicht gestellt und verfremdet wirken.

Um diese Kenntnisse zu erlangen, ist es in jedem Fall sinnvoll, einige Zeit nur zuzuhören, um zu lernen. Im Anschluss testet man die eigene Rolle in einem kleinen Adressatenkreis, der einem wertvolles Feedback liefert.

4. Kritikfähigkeit und Mut, Fehler einzugestehen

Die „Feedbackkultur“ bietet eine große Chance, sich selbst zu verbessern und die eigenen Produkte marktfähiger zu machen. Kritik sollte man sich deshalb genau so anhören wie Lob und in den eigenen Reflektionsprozess einbauen. Ist etwas dran? Gibt es wirklich Probleme mit meinem Produkt? Bestätigen andere Personen diese Kritik, wenn man sie darauf anspricht? Manchmal ist man betriebsblind, sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Da ist ein gut gemeinter Hinweis von außen Gold wert.

Berichtet man in den sozialen Netzen über den Umgang mit Kritik erhöht dies die Glaubwürdigkeit und stärkt die eigene Reputation.

5. Mehrwert bieten

Bevor ein weiterer Kommunikationskanal geöffnet wird, muss dieser mit Inhalten gefüllt werden. Leere Kanäle interessieren niemanden. Wenn ein Unternehmen ein „Inside-Blog“ gründet, dann sollte man sich vorher vergewissern, dass Berichtenswertes passiert und dies auch tatsächlich dokumentiert wird.

Auch für Communities gilt diese Devise. Denn bis die kritische Masse erreicht wird, muss den Nutzern ein Mehrwert geboten werden, der nicht nur „andere Nutzer“ lautet.

6. Bereitschaft, in Social Media zu investieren

Wenn ich meine Kommunikation wirklich neu ordnen will, muss ich vermutlich nur bestehendes Budget umverteilen. Sollte ich bislang nicht in Marketing und Kommunikation investiert haben, komme ich nicht umher, es zu tun. Nur weil Plattformen wie facebook, MySpace und YouTube für den Endverbraucher kostenlos sind, bedeutet das nicht, dass die Produktion von Inhalten ebenfalls kostenlos ist. Der Aufwand ist ähnlich groß, wie bei klassischer Werbung.
Ich kann allerdings an Investitionen in Werbeanzeigen und Mailinglisten sparen. Denn zukünftig werbe ich sehr viel zielgruppenspezifischer mit geringeren Streuverlusten.

Ich verkaufe nicht unmittelbar weitere Produkte über Social Media. Aber ich gewinne einen Kunden, der mein Produkt weiterempfiehlt und 20 seiner Freunde und Kollegen plus hunderte „Mitleser“.

7. Freiheit Dinge zu testen

Man sollte lieber der erste auf einer wachsenden, als der hunderttausendste auf einer stagnierenden Plattform sein. Deshalb neue Tools ausprobieren und den Pionierbonus nutzen.

8. Flexibilität, sich auf Veränderungen einzustellen

Dass eine neue Kommunikationsstrategie Veränderungen mit sich bringt, sollte klar sein. Die neue „Offenheit“ muss sich in den Köpfen der Mitarbeiter festsetzen. Denn gerade Social Media ist ein laufender, sich ständig verändernder Prozess. Man sollte sich für die Einführung von Social Media im Unternehmen Zeit lassen und die Abwehrhaltung von Mitarbeitern Stück für Stück abbauen. Schnell wird sich das Bewusstsein verbreiten, dass die Kommunikation besser wird, das Wissen besser genutzt wird und die Produktivität steigt.

Kategorie:

Markt

Datum:

25. November 2009

Autor:

Hannes Mehring, Geschäftsführung, UX Konzeption

Hannes ist Gründer von CrowdRadio. Schon während seines Medienwissenschaft-Studiums beschäftigten ihn, welche Auswirkungen die übermächtig scheinenden sozialen Medien auf klassische Medien haben - der Grundstein für CrowdRadio. Hannes hat ausgeprägte norddeutsche Wurzeln, weshalb er seinen Hang zur Natur gerne auch auf dem Wasser auslebt.

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