CrowdRadio

Facebook und Nielsen lieben sich. Eine kritische Betrachtung.

Facebook und Nielsen haben ein Auge aufeinander geworfen. Das ist an sich nichts Neues. Nur, neuerdings gehen sie miteinander, sehen sich regelmäßig, teilen alles und das völlig öffentlich. Schon vor ein paar Wochen teilte das international tätige Marktforschungsunternehmen Nielsen mit, dass eine auf mehrere Jahre ausgelegte, enge Zusammenarbeit mit facebook vereinbart wurde. Nielsen hat nun die Möglichkeit, direkt auf facebook den Erfolg von Anzeigen zu evaluieren und seine Marktforschung durchzuführen. Facebook hingegen verspricht sich eine Vielzahl von Studien, welche eine hohe Reichweite von Werbung auf ihrer Plattform propagieren und dadurch an Werberelevanz zu gewinnen.

Ein Beispiel: Eine Nielsen Studie fand heraus, dass Nutzer sich während der Arbeit etwa siebenmal pro Stunde auf social networks einloggen und über die Hälfte davon auf facebook. Die Nachricht dahinter ist klar: Wenn Du jemand erreichen willst, musst Du Deine Anzeigen auf facebook schalten.

Doch das Unterfangen sollte als kritisch betrachtet werden. Nielsen-Studien sind überall anzutreffen und werden viel zitiert. Von einer Unabhängigkeit kann nun nicht mehr die Rede sein. Nielsen-Aussagen, facebook sei erfolgreicher, wichtiger oder weitreichende als andere Netzwerke sind nicht selten anzutreffen und mit Vorsicht zu genießen. Diese Kooperation bietet auch paranoiden Datenschützern reichlich Zündstoff und ich glaube, dass man sich das eine oder andere Argument mal anhören sollte.

Wieder ein Beispiel: Durch diese Studien könnten mehr und mehr Plattformen dazu angehalten sein, facebook-connect als Authentifizierungsschnittstelle einzusetzen und damit umfangreichen Zugriff auf die Nutzerprofile zu erhalten. Damit kann der Erfolg der eigenen Werbeanzeigen evaluiert, bzw. Anzeigen auf die eigenen Nutzer zugeschnitten werden. Die Profilinformationen und Freundesstrukturen sind dann möglicherweise interessant für die eigene Plattform.

Facebook-connect ist eine offene Nutzer-Authentifizierungs-Schnittstelle. Damit können sich facebook-Nutzer mit ihrem facebook-Account auf fremden Websites ausweisen. Nur was wenigen Nutzern bewusst ist, ist, dass der Websitebetreiber nun umfangreichen Zugriff auf das Profil des facebook-Nutzers hat, mit allen Profilinformationen, Freundeslisten, Fan-Pages und Netzwerk-Zugehörigkeit.

Kategorie:

Markt

Datum:

14. Oktober 2009

Autor:

Hannes Mehring, Geschäftsführung, UX Konzeption

Hannes ist Gründer von CrowdRadio. Schon während seines Medienwissenschaft-Studiums beschäftigten ihn, welche Auswirkungen die übermächtig scheinenden sozialen Medien auf klassische Medien haben - der Grundstein für CrowdRadio. Hannes hat ausgeprägte norddeutsche Wurzeln, weshalb er seinen Hang zur Natur gerne auch auf dem Wasser auslebt.

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